Published on Apr 1, 2018

Können wir den Medien vertrauen? Diese Frage stellte der Schweizer Historiker und Friedensforscher Dr. Daniele Ganser in seinem 60 Minuten langen Vortrag in Basel am 3. März 2018. Ganser betont, dass es sehr wohl gute Journalisten gibt. Es gibt keinen Grund umfassend allen Medienberichten zu misstrauen. Aber die Zeit, in der man den Medien blind vertraute, sei vorbei, so Ganser. Denn es gibt immer wieder Manipulationen, Verdrehungen, Lügen und Kriegspropaganda in den Medien. Ganser rät beim Medienkonsum wachsam zu sein und stets die eigenen Gedanken und Gefühle zu beobachten. Was wird auf der Ebene der Gedanken und Gefühle ausgelöst, wenn ich dieses lese oder jenes sehe? Daniele Ganser präsentiert im Vortrag konkret 11 Mediengeschichten und fordert jedesmal das Publikum dazu auf, den Blick nach innen zu richten, um zu erkennen, was die Geschichten für eine Wirkung haben.
Dies sind die elf Geschichten: 1) In Frankreich hat 2007 die Zeitung „Paris Match“ das Bild von Präsident Sarkozy im Kanu manipuliert. 2) In Grossbritannien hat 1997 die Zeitung „Mirror“ das Diana-Bild manipuliert, um einen Kuss mit Dodi vorzutäuschen. 3) In der Schweiz hat 1997 die Zeitung „Blick“ das Bild zum Luxor-Terroranschlag manipuliert und eine Wasserlache rot eingefärbt, so dass diese wie Blut aussah. 4) In den USA hat 2015 die Zeitung „New York Times“ das Bild der Politiker, welche nach dem Pariser Terroranschlag auf einer Seitenstrasse demonstrierten, unfair geschnitten, so dass es aussah, als ob die Spitzenpolitiker sich unter das Volk gemischt hätten. 5) In Israel hat 2015 die Zeitung „HaMevaser“ Bundeskanzlerin Angela Merkel aus dem Paris-Bild geschnitten. 6) In Deutschland hat 2012 das ZDF das Homs-Video falsch zugeordnet. 7) Weltweit hat Facebook 2016, während dem US Wahlkampf, die falsche Geschichte verbreitet der Papst unterstütze Präsident Trump. 8) In Deutschland hat 2003 die Zeitung „Bild“ im Vorfeld des Irakkrieges behauptet, Saddam Hussein habe ABC Waffen, was falsch war. 9) In Grossbritannien hat 2003 die Zeitung „Sun“ behauptet, dass Bin Laden mit Saddam Hussein kooperiere, was gelogen war. 10) In Grossbritannien berichtete BBC am 11. September 2001, während den Terroranschlägen, zu früh über den Einsturz von WTC7. 11) In der Schweiz hat 2018 die „Aargauer Zeitung“ unfair über diese Tagung im Scala Basel berichtet, noch bevor die Veranstaltung überhaupt begann.
Am Schluss bedankt sich Daniele Ganser noch bei dem deutschen Journalisten Ken Jebsen (vom Presseportal KenFM) und dem Geographen Rainer Rothfuss für ihren Mut und die gute Zusammenarbeit und bittet beide auf die Bühne. Alle drei blicken mit Freude zurück auf den Tübinger Vortrag „Medial vermittelte Feindbilder und die Anschläge vom 11. September 2001 – Vortrag von Daniele Ganser“, der auf YouTube inzwischen die 1Millionen-Views-Grenze überschritten hat. Daniele Ganser: https://www.danieleganser.ch https://twitter.com/danieleganser https://www.facebook.com/DanieleGanser
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Published on Sep 4, 2019

Tagesschau macht Außenpolitik! Weit ab vom Staatsvertrag der ARD. Im Staatsvertrag des ARD-Senders, der die Tagesschau produziert, ist auch der Programmauftrag formuliert. Demnach hat auch die Tagesschau den „Rundfunkteilnehmern und Rundfunkteilnehmerinnen einen objektiven und umfassenden Überblick über das internationale, europäische, nationale und länderbezogene Geschehen in allen wesentlichen Lebensbereichen zu geben.“ Soweit die gesetzliche Grundlage und der Auftrag. Die MACHT-UM-ACHT untersucht die Wirklichkeit, die Praxis der wichtigsten Nachrichtensendung Deutschlands. Unter der Überschrift „Nahe Biarritz – Gewalt und Festnahmen bei G7-Protest“ macht die Tagesschau aus der Alternative zum G7-Gipfel eine Krawall-Nummer. Kein Wort von den Inhalten der Protestierenden. Andere Medien können es zeitgleich besser. Zum Beispiel „euronews“, ein Kanal der NBC Universal. Dort wusste man von Umweltaktivisten und von den Autonomie-Bestrebungen der Basken zu berichten. Man ließ sogar Teilnehmer der Proteste zu Wort kommen. Der deutsche Sender stellte sich mal wieder tot. Objektive und umfassende Überblicke? Fehlanzeige.
Mit der Überschrift „Israel greift Syrien an – Bombardements gegen ‘Killerdrohnen‘“ übernimmt die ARD schlicht die Sprachregelung des israelischen Militärs. Natürlich ohne die Frage nach dem Völkerrecht aufzuwerfen oder den wichtigen Hintergrund der andauernden widerrechtlichen Besetzung der syrischen Golan-Hohen durch Israel auch nur zu erwähnen. Stattdessen dieser Rechtfertigungssatz der Hamburger Redaktion: „Israel hatte in der Vergangenheit mehrfach betont, dass der Iran nicht dauerhaft Militär in Syrien stationieren dürfe.“ Dass ein souveräner Staat wie Syrien auf seinem Gebiet Militär jeglicher Art stationieren kann, ist den „Außenpolitikern“ der Tagesschau offenkundig unbekannt. Man hat in der Redaktion eindeutig die Haltung der Kanzlerin zu Israel, die das Netanyahu-Regime in die deutsche Staatsräson einbezieht, völlig verinnerlicht. Ein Höhepunkt falscher Außenpolitik ist diese Überschrift zur Vorbereitung der Landtagswahlen: „Brandenburg und Sachsen – Viele fühlen sich als Bürger zweiter Klasse“. Fühlen? Das meint offensichtlich, die Brandenburger und Sachsen hätten bloß so ein Gefühl. Die harten Fakten, die dem „Gefühl“ zugrunde liegen, will die Tagesschau einfach nicht erzählen:
– 95 Prozent des volkseigenen Wirtschaftsvermögens gingen in westliche Hände über. – die Bevölkerungszahl in Ostdeutschland entspricht heute der von 1905, ist also vorindustriell. – die Zahl der bundesdeutschen Millionäre verdoppelte sich mit der Wende auf über eine Million. – im Osten stieg mit der D-Mark die Zahl der Arbeitslosen von null auf vier Millionen. – die Ost-Eliten wurde mit der Wende fast komplett gegen Funktionäre aus dem Westen ausgewechselt. Gefühl? Die Bürger der ehemaligen DDR wurden in die Zweit- und Drittklassigkeit gestoßen. Der Hamburger Sender zelebriert mit dem Begriff „Gefühl“ eine Art West-Außenpolitik gegenüber dem Osten der Bundesrepublik: Arrogant oder blöde oder beides? Ganz sicher ist die Meldung weder objektiv noch umfassend.
Diese und andere Produkte der Tagesschau-Redaktion zeichnet die MACHT-UM-ACHT-Redaktion, die Alternative zur Tagesschau, mit einem Warndreieck aus. „Denn kaputte Nachrichten“, so Uli Gellermann, „machen Köpfe kaputt. Davor warnen wir.“ Bei dieser Aktion helfen die Zuschauer der MACHT-UM-ACHT mit ihren Mails. Unter der folgenden Mailadresse DIE-MACHT-UM-ACHT@KENFM.DE können die Zuschauer weitere Vorschläge für Warndreiecke einsenden. Dafür bedanken wir uns herzlich. Der Journalist und Filmemacher Uli Gellermann beschäftigt sich seit Jahren mit der Dauermanipulation der Tagesschau. Gemeinsam mit den Co-Autoren, Volker Bräutigam und Friedhelm Klinkhammer, schrieb er das Buch „Die Macht um Acht: der Faktor Tagesschau“. Eine herausragende Lektüre über die tägliche Nachrichtensendung der ARD. Bei KenFM nimmt er mit dem gleichnamigen Format die subtile Gehirnwäsche der Tagesschau alle zwei Wochen unter die Lupe. +++ Abonniere jetzt den KenFM-Newsletter: https://kenfm.de/newsletter/ +++
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